Symposium zur 23. Fachausstellung
06. und 07. Mai 2009 - Stadthalle Bad Godesberg
Programm
Thema:
"Breitband mobil - Technologien, Lösungen und Dienste für die letzte Meile"
Neue Rahmenbedingungen für die taktische Kommunikation
Die heute verfügbare Informationstechnik mit immer größerer technologischer Komplexität und Leistungsfähigkeit erlaubt nun die Kämpfer auf der Gefechtsfeld mit allen Sensoren und Informationsquellen zusammen mit den Datenbanken und den Akteuren auf allen Ebenen in einem umfassenden Netzwerk zusammenzubringen, das größer ist als die Summe seiner Teile. In Verfolgung dieses Ansatzes haben die US Streitkräfte seit Beginn des Jahrtausends das Global Information Grid (GIG) geschaffen, welches eine umfassende Vernetzung aller Bereiche der US Streitkräfte ermöglichen soll. Es behandelt jeden Computer und Sensor, jedes Funkgerät und Waffensystem, jede Plattform und Kämpfer als Knoten im ultimativen militärischen Netzwerk. Die Auswirkungen dieser umfassenden Vernetzung sind kaum absehbar. Entscheidungszyklen und Abläufe werden erheblich beschleunigt; Informationen, welche zunehmend globalisiert werden, hören zunehmend auf, eine geografische Identität zu haben.
Aufmerksames Fachpublikum beim AFCEA Symposium 2007
Kommunikation auf den letzten Meilen
Neben dem Global Information Grid, das sich vor allem auf Satelliten und feste Kommunikationsinfrastruktur abstürzt, hängt der Erfolg auf dem Gefechtsfeld aber ganz wesentlich von der Leistungsfähigkeit der Kommunikation auf den letzten Meilen ab – „from the foxhole to the command post“. In den letzten Jahren wurde oft und zum Teil auch undifferenziert mehr Bandbreite für die taktische Kommunikation gefordert, ohne genau zu definieren, wofür diese genutzt werden sollte. In den konventionellen Operationen des Gefechts der verbundenen Waffen Ende der 80er Jahre – also noch in der Vor-FüInfoSys-Zeit – bestand über 70 % der Kommunikation im Truppenfunk aus Standort- und Lagemeldungen aller Akteure auf dem Gefechtsfeld vom Typ „Schlapphut 03, hier Schlapphut 07, Standortmeldung: rechte vorderste Teile bei G -24+51, greife weiter auf Zwischenziel 2 an“. Mit der Einführung von Führungs- und Waffeneinsatzsystemen mit GPS und Führungsinformationssystemen wird diese umfängliche Kommunikation durch kurze Datentelegramme ersetzt. Somit könnte man davon ausgehen, dass sich das Thema Bandbreite entspannt hat. Dem ist aber nicht so.
Weil die Plätze im Kurfürstenzahl begrenzt sind, werden die Vorträge auch auf die Terrasse übertragen, wo sie interessiert verfolgt werden.
Woher kommt nun der neue Bedarf? Absehbar entsteht der erhöhte Kommunikationsbedarf an taktischer Kommunikation durch die veränderten Rahmenbedingungen der Einsätze sowie die Kommunikationsforderungen neuer Systeme und insbesondere deren Applikationen. Videokonferenzen zwischen Gefechtsständen der höheren taktischen Ebene bis hin zur strategischen Ebene (ACT, SHAPE) werden regelmäßig praktiziert und sind für den Führungsprozess unentbehrlich geworden. Sie geben den übergeordneten Führungsebenen einen realistischen und echtzeitnahen Sachstand von der “Lage“ des nachgeordneten Bereiches bis hin zur Verfassung der Führer. Diese wiederum erhalten ein authentisches und ungefiltertes Bild von der Absicht der übergeordneten Führung wie in einer mündlichen Befehlsausgabe oder einem Lagevortrag zur Unterrichtung, die aber aufgrund der weiträumigen Dislozierung der Führungseinrichtungen in heutigen Einsätzen nicht mehr durchgeführt werden können. Während im Gefecht der verbundenen Waffen die Kommunikationsforderungen im Wesentlichen auf militärische Belange begrenzt sind, ist der Informations- und Kommunikationsbedarfs in friedenserhaltenden Einsätzen unvergleichlich größer und fordert die Gefechtsstände aller Ebenen auf allen Führungsgrundgebieten. Zunehmend finden nun auch vorwärts der Brigade regelmäßige Videokonferenzen Eingang in die standardisierten Abläufe der Stabsarbeit auf den Gefechtsständen. Um Kollateralschäden zu vermeiden oder zu minimieren besteht beim „time-sensitive targeting“ nachvollziehbar die Forderung nach umfassendster Lageinformation, die 3D-Bilder und Video einschließt. Aber Kommunikationsbedarf entsteht zunehmend auch im logistischen Bereich. Mit Einführung von SASPF in der Bundeswehr entsteht Bedarf an taktische Kommunikation - von der Ausfall-/Schadensmeldung über die Befundung und Einleitung der Instandsetzung bis hin zur Anforderung von Ersatzteilen in der Versorgungskette. Um den logistischen „footprint“ in den Einsätzen zu verringern wäre im Bereich Instandsetzung kompetente logistische Unterstützung durch Telemaintenance möglich – verbunden mit zusätzlichen Forderungen nach taktischer Kommunikation von Befundungs- und Instandsetzungsort im Einsatzland zur Satelliten-Bodenstation, die dann über Satellit zum Experten im Heimatland verlängert wird.
Die in Zeiten des kalten Krieges eingeführten Funkgeräte erfüllen die oben aufgezeigten Kommunikationsforderungen nur zu einem sehr begrenzten Umfang, denn durch die frühere Optimierung auf Sprache gibt es keinen breiten Datenfluss, sondern nur ein spärliches Tröpfeln von Bits und Bytes, zum Teil nur im einstelligen Bereich. Die Lage hinsichtlich der Bandbreite verschärft sich noch, wenn die „alten“ Funkgeräte IP- fähig gemacht werden: die Modernisierung wird erkauft mit einem IP-Overhead, der die netto-Übertragungsrate weiter reduziert.
Das diesjährige AFCEA-Symposium „Breitband mobil - Technologien, Lösungenund Dienste für die letzte Meile“ will sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln dem Thema nähern. Das Symposium, das am 06. Und 07. Mai 2009 parallel zur 23. AFCEA Fachausstellung in der Stadthalle Bad Godesberg stattfindet, liefert Ihnen interessante Vorträge, bei denen Sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln über das Thema informiert werden: Vom Leiter des IT-Stabes über den aktuellen Sachstand der breitbandigen Kommunikation in der Bundeswehr und die Planungen für die Zukunft. Vom ehemaligen G 6 des amerikanischen Heeres erfahren Sie, wo die US Army und die US Streitkräfte insgesamt bei diesem Thema stehen und wie weit bereits breitbandige Kommunikation bereits in den aktuellen Einsätzen in Irak und in Afghanistan zur Nutzung bereit steht. Vom Hauuptgeschäftsführer BITKOM hören Sie Ansätze, wie zivile Technologie auch im militärischen Umfeld genutzt werden kann. Der neue Befehlshaber des Einsatzführungskommandos stellt Ihnen seinen operationellen Bedarf an das IT-System dar und geht dort auch gebührend auf den wichtigen Aspekt der Kommunikation ein.
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