25. AFCEA Fachausstellung

Magnet für Fachpublikum und Firmen im wehrtechnischen Umfeld

Bei gewohnt strahlendem AFCEA-Wetter führte AFCEA Bonn e.V. am 4. und 5. Mai die 25. AFCEA "Jubiläumsausstellung" in der Stadthalle Bad Godesberg durch.

Bonn, 5.5.2011: Der  Vorsitzende von AFCEA Bonn e.V. , Generalmajor Staudacher, konnte zur offiziellen Eröffnung neben vielen Fachbesuchern aus Bundeswehr, Industrie, Wissenschaft und Politik auch Gäste von anderen AFCEA Chaptern aus Deutschland, Tchechien und der USA begrüßen.

Mit 107 Ausstellern feierte AFCEA Bonn bei der 25. "Jubiläums-Fachausstellung", der Fachmesse der Informations- und Kommunikationstechnologie für Bundeswehr und Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, in der Stadthalle Bonn-Bad Godesberg einen erneuten Ausstellerrekord, der durch eine zusätzliche Ausstellungsfläche im Basement ermöglicht wurde.
Etwa 1.400 Fachbesucher sowie die Mitarbeiter der Ausstellerfirmen und zum Teil sehr hochrangige, Besucher kamen zu dieser  „Mini-Cebit in oliv“. Zu den Gästen gehörten unter anderem der stellvertretende Bonner Bürgermeister Helmut Joisten, Generalleutnant Markus J. Bentler, Befehlshaber des Kommandos Operative Führung Eingreifkräfte, Wolfgang Stolp, Präsident des Bundesamts für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr (IT-AmtBw) und Alfred Hummel, Abteilungsleiter Modernisierung im Bundsverteidigungsministerium (BMVg). Die Schirmherrschaft übernahm in diesem Jahr der neue Staatssekretär im BMVg, Stéphane Beemelmans.

Platzangebot komplett ausgereizt

Aus Platzgründen wurden alle möglichen Flächen in der Stadthalle komplett als Ausstellungsflächen bereitgestellt. Im Außenbereich sorgen ein klimatisiertes Zelt und Freiluftstände für zusätzlichen Platz. Zu den Ausstellern gehörten kleine und mittelständische Betriebe der Branche ebenso wie Vertretungen der Großunternehmen IT-Beratungsfirmen, Ausbildungsorganisationen, Hard- und Softwarelieferanten und Anbieter von IT-Sicherheitslösungen. Die Ausstellerfirmen boten innovative technische Lösungen und Konzepte für den Einsatz in der Bundeswehr sowie für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) an. Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf der Systemintegration, also die Vernetzung und Interoperabilität aller Teilsysteme.

 Friedrich W. Benz, Leiter der Fachausstellung, sagte: „Wir hatten im wahrsten Sinne ein volles Haus.“ Mittlerweile gehören ausländische Aussteller und Besucher zum festen Bestandteil – so auch 2011. Die Qualität der Gespräche an den Ständen sei sehr hoch gewesen.

 Generalmajor Erich Staudacher, Vorsitzender von AFCEA Bonn e.V., zeigte sich mit der Fachausstellung 2011 überaus zufrieden: „Die Fachausstellung ist auch weiterhin eine wichtige Konstante bei Foren zur Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Führungsunterstützung. Die gute Resonanz auch auf der Besucherseite hat uns sehr erfreut, vor allem weil sie trotz der Umbruchsituation von einem Vertrauen in die zukünftige Bedeutung der IT im Sicherheits- und Verteidigungsbereich zeugt.“

Auch Alfred Hummel, Abteilungsleiter Modernisierung im BMVg,  lobte das Anwenderforum und die Fachmesse: „AFCEA ist eine Börse für News und Trends!“

 Das Motto der kommenden Fachausstellung ist bereits bekannt und findet am 9. und 10. Mai 2012 statt. Das Thema wird „Mobile Computing im/für den Einsatz“ lauten.

 Gut besuchtes Symposium „Durch Systemintegration zur Vernetzten Operationsführung“

Das Thema der diesjährigen Fachausstellung war „Durch Systemintegration zur Vernetzten Operationsführung“. Dabei trugen Experten und Entscheider aus Ministerium, Bundeswehr und Wissenschaft die Erfahrung aus Planung, Führung und operativer Umsetzung vor. Stolp stellte fest, dass im nichtmilitärischen Bereich die Systemintegration und Standardisierung vor allem durch das IT-Projekt Herkules bereits vorangekommen ist.

 Für die Bundeswehreinsätze ist Systemintegration – also die Vernetzung und übergreifende Informationsgewinnung zum entscheidenen Faktor geworden, wie der Befehlshaber Operative Führung Eingreifkräfte, General Bentler, feststellte. Information sei schneller und überall verfügbar geworden. Als Beispiele nannte der die weite Verbreitung sozialer Netzwerke wie Twitter oder Facebook.

 Professor Peter Martini, Institutsleiter beim Fraunhofer FKIE und der Universität Bonn sieht die technischen Schwierigkeiten einer Systemintegration als die kleinere Herausforderungen als beispielsweise die Anforderung, ein gemeinsames, unmissverständliches Lagebild anzubieten. Die Kunst bestehe nicht darin, alle Informationen zur Verfügung zu stellen, sondern die richtigen Informationen für die jeweilige Aufgabe eines Soldaten aufzubereiten.

Wie gewohnt klang der erste Ausstellungstag mit Kölsch mit Musik mit der schon traditionellen Band TGIF (Thank God it's Friday) aus.

 Anstehende Neuausrichtung der Bundeswehr als Dauerthema

Viele Vorträge des Symposiums und Gespräche auf den Ständen waren geprägt von den bevorstehenden Entscheidungen der Neuausrichtung der Bundeswehr. Verschiedene Redner forderten für die Informationstechnik eine stärkere zentrale Steuerung und Führung. Darauf könne bei der Bundeswehr nicht verzichtet werden, sagte Wolfgang Stolp, Präsident des IT-Amts der Bundeswehr. Für die Zukunft wünschte er sich eine Stärkung einer zentralen Stelle zur Systemintegration „tendenziell auf Ämterebene“. Auch Generalleutnant Bentler forderte zentrale Vorgaben und mehr streitkräftegemeinsames Verständnis. Mit Blick auf Einsparpläne mahnte Präsident Stolp zur Vorsicht: eine zeitliche Streckung von IT-Projekten bedeutet bei der schnellen der Branche immer ein Verzicht auf Innovation. Den Fortschritt bei der Vernetzten Operationsführung bezeichnete er als ernüchternd.

 Mit Blick auf die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Bundeswehr sagte Brigadegeneral Dr. Ansgar Rieks, Gruppenleiter M1 in der Abteilung Modernisierung des BMVg, dass es solche Kooperationen auch in Zukunft geben werde. Dabei seien noch stärker Einsatzanforderungen zu berücksichtigen. Es müsse aber immer eine Abwägung zwischen Wirtschaftlichkeit und Einsatzfähigkeit geben. In der Vergangenheit haben sich als Vorteile solcher Kooperation vor allem das Freisetzen von militärischem und zivilem Personal im Bereich der Nicht-Kernaufgaben und eine höhere Kosten- und Leistungstransparenz ergeben.

 

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