Einladung Web 2.0 v2 [150 KB]
Können die Abläufe durch Web 2.0 Werkzeuge unterstützt werden, so dass sie korreliert ablaufen - auch wenn sie nicht in die Hierarchie eingepasst sind und gerade dadurch Verbesserungen bringen?
Auch hinsichtlich der individuellen Anpassung der Aufklärungswerkzeuge an die Erfordernisse einzelner Kontingente, die Abhängigkeit von der Konstellation eines Einsatzes (Auftrag, örtliche Gegebenheiten, …) ist ein wichtiger Aspekt für zukünftige Werkzeuge.
Als ein wesentliches Problem wurde auch die fehlende gemeinsame Datenhaltung identifiziert, die bereits verfügbare Erkenntnisse für zukünftige Anfragen abrufbar machen würde.
In der Diskussion wurden die Gegensätze einer militärischen Hierarchie zu den auf Selbstorganisation setzenden Web 2.0 Werkzeugen beleuchtet. So wurde die Notwendigkeit für hierarchisch strukturierte Entscheidungsprozesse einerseits betont, andererseits deswegen infrage gestellt, weil weniger die Hierarchie, als die Verfügbarkeit der besten Übersicht (das beste „Wissen“) für Entscheidungen relevant sei.
Innovationen am Beispiel Web 2.0 müssen langsam durchgesetzt werden und dabei viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Es geht weniger um die Mittel, die im Falle der Web2.0 Werkzeuge vergleichsweise gering sind, als um deren Akzeptanz. Vielleicht muss man anstelle der auf die Werkzeuge gerichteten strukturellen Anpassung anfangs eher mal etwas ausprobieren und damit im Sinne einer Selbstorganisation etwas zulassen, als es argwöhnisch zu betrachten.
Impulsreferat Stephan Grabmeier, Deutsche Telekom: „Enterprise 2.0 – Die Rolle der Führungskräfte“
Gemäß der Theorie der Kondratjew-Zyklen, die in der Historie alle 40-60 Jahre umwälzende gesellschaftliche Veränderungen beschreiben, verändern die sozialen Medien zurzeit in vergleichbarer Größenordnung das Verhalten von Massen. Formen der Arbeit und der Wertschöpfung verändern sich dabei dramatisch.
Neuartig ist auch das Verhalten, angebotene Werkzeuge auszuprobieren, obwohl sie zwar funktionieren, aber alle Implikationen noch nicht bewertet sind, sie sich also hinsichtlich ihrer Reife in einem sog. Beta-Stadium befinden. Ausprobieren als Strategie für die Bewertung der Nützlichkeit ist die Devise. Am Beispiel der Telekom wurde auf über 200 derartige Initiativen im Bereich „Enterprise 2.0“ verwiesen.
Während die Wertschöpfung solcher Werkzeuge anfangs schwer messbar ist, setzen Konzernführungen immer mehr auf diese Mittel. Ziel dabei ist es, Wissensträger, die in Unternehmen verteilt und ohne gegenseitige persönliche Kenntnis verfügbar sind, über gemeinsame Interessensgebiete via Web 2.0 zusammenzubringen, um das verfügbare Wissen zu teilen und zu vermehren.
Außerdem lassen sich Entscheidungsprozesse vorbereiten, indem mehrheitliche Meinungen und Trends der Unternehmen erfasst und erkannt werden können.
Produktivitätssteigernd zeigt sich bspw. die Reduktion von Emails durch die eher zielgerichteten Informationsflüsse in Wikis.
Impulsreferat Ulf Kossol, T-Systems MMS: „Social Intranets – Hierarchie trifft Web 2.0“
Web 2.0 erlaubt die flexiblere Anpassung an Geschäftsprozesse, als ERP-Systeme. Fraglich ist, ob die Güte der Prozessunterstützung erforderlich ist und wie weitgehend eine Anpassung möglich und sinnvoll ist.
Am Beispiel eines produzierenden Unternehmens wurden die einzelnen Schritte der Einführung von Web 2.0 Werkzeugen verdeutlicht.
Wesentlich für den Erfolg des Projektes war der Freiraum, auch unscharf kalkulierte Projektschritte tun zu dürfen. Es wurde eher evolutionär vorgegangen und auf „abschließende“ Phasendokumente vor der Umsetzung generell verzichtet.
Auch hier wurde der Projekterfolg eher ganzheitlich bewertet, da ROI Berechnungen nicht an einzelne Teilschritte gekoppelt werden können.
Impulsreferat Alexander Willkomm, Fraunhofer FKIE, HF: „Anreizsystemgestaltung für Intranetapplikationen“
Untersuchte die Relevanz von sich im Netz entwickelnden Inhalten, also das Verhältnis von brauchbarem bzw. richtigem Inhalt und Ballast. Können die Selbstreinigungseffekte trotz der großen Freiheitsgrade, beliebige Informationen absetzen zu können, eine Art Qualitätssicherung bewirken? Durch Anreizsysteme (bspw. Bewertungen zu von anderen gelieferten Informationen) lässt sich tatsächlich ein positives Verhältnis von guten Inhalten zu überflüssigen Inhalten im Internet bzw. Intranet beobachten. Auch soziale Faktoren, wie bspw. ein hoher angestrebter Beliebtheitsgrad, führen häufig zur Steigerung der Inhalte.
Impulsreferat Thomas Stoesser, Software AG: „Best Practice – ARISalign“
Stellte die Möglichkeit vor, das Business Process Management durch Verbindung mit Web 2.0 Werkzeugen zu verbessern. Dabei kann eine Anforderungsanalyse mit virtuellen Kommunikationsmitteln (Whiteboard, ...) die Kooperation der Beteiligten, insbesondere wenn es sich um eine große Anzahl Beteiligter handelt, unterstützen und die Kooperation in komplexen Organisationen und bei räumlicher Verteilung reibungsloser gestalten. Außerdem können durch die Verwendung der Technologien Entscheidungen auch in ferner Zukunft noch nachvollzogen werden. Verwendet man nur althergebrachte Methoden wie Telefon und Email, so ist eine Nachvollziehbarkeit nicht unbedingt gegeben.
Impulsreferat Oliver Dörre, Frequentis: „Smart Collaboration: Mehrwert für den Einsatz“
Schilderte am Beispiel einer Entwicklung für die Luftwaffe („Smart Strips“), dass Kollaborationswerkzeuge, in denen Rollen und Workflows unterstützt werden und die intuitiv bedienbar sind, trotz der Verwendung moderner Web 2.0 Technologien und Werkzeuge akzeptiert werden können (trotz des Konflikts zwischen neuer Technologie bzw. neuem Werkzeug und Altbekanntem bzw. von jeder Generation akzeptierten Verfahren). Es wurde der Widerspruch zwischen flexibler Informationsflussgestaltung und wenig angepassten älteren Werkzeugen deutlich. Je besser Workflows in den Kollaborationswerkzeugen abgebildet werden (Ziel, Status der Bearbeitung, …), desto größer ist der Nutzen und damit die Akzeptanz dieser neuen Werkzeuge.
Impulsreferat Marc Spielmann, Fraunhofer FKIE, ITF: „Ad hoc Lagebearbeitung und –koordinierung mit Web-2.0-Technologien“
Erläuterte einen Lösungsansatz, den akuten Bedarf von Informationsaustausch bei Joint/Combined Operationen zu decken. Es wurde geschildert, dass die semantische Interoperabilität nicht immer durch die Verwendung von Standards gesichert werden kann. Ausweichlösungen für die Deckung des akuten Informationsaustauschbedarfs sind notwendig. Web 2.0 Technologien könnten hier verwendet werden, um das gemeinsame Erstellung und Bearbeiten eines Lagebildes zu gewährleisten. Es wurde auf einen Demonstrator verwiesen, der derzeit am Institut entwickelt wird.
Impulsreferat Heiko Kirsch, Cassidian Systems: „Ontologiebasierte Zugriffskontrolle in serviceorientierten Architekturen“
Stellte eine interessante Möglichkeit vor, durch die ontologiebasierte Steuerung von Zugriffsrechten deren flexible Berechnung zu ermöglichen. Er demonstrierte die Möglichkeit der Anpassbarkeit an andere Randbedingungen.
Impulsreferat Jens Tölle, Fraunhofer FKIE, CD: „Anforderungen an die Kommunikationsstruktur und Sicherheit beim Einsatz von Web 2.0“
Wies auf die Gefahren beim Einsatz von Web 2.0 Werkzeugen und die Notwendigkeit, vor der Einführung der Werkzeuge sämtliche die Kommunikation betreffende Fragestellungen genau zu betrachten, hin. Sicherheitslücken können schnell entstehen – und werden in jedem Fall gefunden und genutzt – wenn das System nicht ausreichend durchdacht ist.
Gefahren entstehen aber auch durch die Fehlbedienung des Werkzeugs oder die Missinterpretation von Einträgen bzw. das Erstellen falscher oder veralteter Inhalte. Auch die damit einhergehenden falschen Daten müssen abgefangen werden.
