BOS-Digitalfunk startet in Nordrhein-Westfalen

NRW-Polizistin mit digitalem Funkgerät

Streifenpolizisten in NRW erproben neue digitale Handfunkgeräte im Alltag. (Quelle: Innenministerium NRW)

Mit der Region Düsseldorf startete in diesem Jahr die Einführung des BOS-Digitalfunks bei Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Justiz in Nordrhein-Westfalen. Der vollständige Ausbau des neuen Systems soll  im bevölkerungsreichsten Bundesland in zehn Abschnitten bis Mitte 2013 erfolgen.

Im ersten halben Jahr werden die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) die neuen Systeme jeweils in einem Probebetrieb gründlich testen. „Wir wollen Erfahrungen sammeln, technische Szenarien erproben und prüfen, ob alle von uns gestellten Anforderungen erfüllt sind“, erklärte Landesinnenminister Ralf Jäger am 9. Januar in Düsseldorf.

Mehr Leistung und größere Kapazität als Analogstandard

Mit dem digitale Bündelfunkstandard TETRA bietet das neue BOS-System mehr Leistung und eine größere Kapazität als die bisherigen analogen Funkgeräte. Für den Fall der Fälle werden letztere jedoch während der Testläufe und auch noch in der ersten Zeit danach weiterhin bereit gehalten.

„Nach den Berichten aus anderen Bundesländern ist es unwahrscheinlich, dass ein Systemwechsel dieser Größenordnung völlig fehlerfrei funktioniert“, machte der Minister deutlich. „Erst wenn alle Tests die volle Funktionsfähigkeit bewiesen haben, werden wir das Netz übernehmen.“

Gesamtkosten für Umbau betragen rund 513 Millionen Euro

Laut Innenministerium wurden für den Digitalfunk in der Region um Düsseldorf 41 Basisstationen errichtet. Bei den fünf beteiligten Polizeibehörden Düsseldorf, Mettmann, Neuss, Mönchengladbach und Viersen sind 36 Wachen und fünf Leitstellen an das Netz angeschlossen. Hinzu kommt die Landesleitstelle der Polizei in Neuss.

Neben den Leitstellen müssen in ganz NRW rund 26.000 Fahrzeuge von 50 Polizeibehörden, 422 Feuerwehren, 96 Werksfeuerwehren und den Hilfsorganisationen umgerüstet werden. Dabei werden etwa 80.000 Funkgeräte ausgetauscht. Insgesamt hat das Land für Aufbau und Betrieb des Digitalfunks rund 513 Millionen Euro bereitgestellt.

 

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