Aktueller hätte eine AFCEA Veranstaltung kaum sein können. Nur wenige Tage, nachdem sich die Schadsoftware CONFICKER auf mehreren hundert Computern verschiedener Dienststellen der Bundeswehr verbreitete, hatten AFCEA Bonn e.V. das Institut für Informatik IV der Universität Bonn die Young AFCEAns zur Informationsveranstaltung der besonderen Art geladen. Weit über 100 interessierte Besucher, überwiegend junge Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr, der BOS und der Industrie, die nach dem Studium auf IT- oder IT-nahen Dienstposten eingesetzt sind, aber auch viele Studierende und sogar Schulklassen waren der Einladung ins Bonn-Aachen International Center for Information Technology B-IT gefolgt.
Dabei waren die verschiedenen Perspektiven vertreten, um Chancen und Risiken einer alles durchdringenden Vernetzung für die Wirtschaft wie für Bundeswehr, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zu beleuchten. Zunächst begrüßte Prof. Dr. Jochen von zur Gathen vom B-IT Universities Institute und GenMaj a.D. Klaus-Peter Treche, Vorsitzender AFCEA Bonn e.V., das Publikum.
Die Moderation der Vorträge übernahmen Prof. Dr. Peter Martini vom Institut für Informatik IV der Universität Bonn sowie sowie Jochen Reinhardt von AFCEA Bonn e.V.

Den Blick auf Cyber Defence – die Abwehr von Gefahren aus dem Netz für das IT-Systems eines Staats – lieferte dann Martin Bierwirth, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Er stellte erste Ergebnisse des Projekte zum Aufbau eines "Nationalen IT-Frühwarnsystems" auf. Das dabei sensor-basierte "Internet-Analyse-System" hat das BSI mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft aufgelegt mit dem Ziel: Früher Gefahren durch Schadprogramme oder Hacker-Angriffe erkennen, früher warnen und somit erfolgreich Angriffe abwehren bzw. Schäden vermeiden.
Auch die Forschung war mit dem jungen AFCEA-Mitglied Tillmann Werner vertreten, der seine preisgekrönte Studienarbeit über Intrusion Detection vorstellte. Sachlich sehr fundiert stellte er vor, wie komplexe Signaturen automatisch generiert werden können. Für einen Einsatz sei hier hier noch Forschung nötig und möglich, insbesonders müsse das Konzept durch mehr strukturelles Wissen über Angriffe verbessert werden. Die Idee wurde jedoch deutlich: künftig gilt es, von den Dialogstrukturen zwischen Angreifern und Opfern zu lernen.
Die Industrie war ebenfalls mit einem Vortrag an der Young AFCEAN Veranstaltung beteiligt. Stefan Reuter, Senior Key Account Manager Defense, Geschäftsbereich Hochsicherheit, secunet Security Networks AG, zeigte überblicksweise, wie die Kommunikationsfähigkeit und der Schutz sensibler Informationen mittels flexibler, hochsicherer Kryptosysteme sicher gestellt werden kann.
Oberstlt Norbert Wildstacke vom IT-Amt der Bundeswehr vervollständigte die Betrachtung von Cyber-Defence mit seiner Vorstellung des CERT Bundeswehr. Er gab einen Einblick in dessen Auftrag, die Struktur und erste Erfahrungen. Besonders deutlich wurde dies, als Wildstacke den Ablauf des Befalls durch die Schadsoftware Conficker anhand der Presseberichterstattung aufzeigte.
Mehrere Institute und Organisationen berichteten im zweiten Teil der Veranstaltungen über ihre Forschungsarbeiten.


