106. Fachveranstaltung AFCEA Bonn e.V.

Technik verbinden: Integrations- und Testumgebung


Montag, 4. April 2016, 18:00 – 21:30 Uhr 
Fraunhofer FKIE, Fraunhoferstraße 20, 53343 Wachtberg-Werthhoven

Integration wird hinsichtlich ihrer technischen und organisatorischen Komplexität meist unterschätzt. Sie ist eine zentrale Herausforderung bei der Planung und Durchführung von Beschaffungsprojekten. Neue oder geänderte Hardware- und/oder Softwarelösungen müssen ihre Eignung im Zusammenspiel mit anderen Systemen bzw. Systemkomponenten stets mit Blick auf die zu unterstützenden Wirkketten nachweisen.

Auf dem eingeschlagenen Weg zu einer Serviceorientierung und begleitet durch die Methode Architektur müssen Zulieferanten und deren Entwicklungsergebnisse auf das übergeordnete Ziel der Realisierung von Wirkketten ausgerichtet werden können. Diskutiert werden sollen in der Veranstaltung Herausforderungen, richtige Ansätze und technische Hilfsmittel zur Unterstützung der Integrationsaufgabe.

Programm

Begrüßung:                              Generalmajor Erich Staudacher, Vorsitzender AFCEA Bonn e.V.
Einführung und Moderation:  Dr. Michael Wunder, Fraunhofer - FKIE

Vorträge:

1.    Effiziente Realisierung von Wirkketten durch Serviceorientierung
       Brigadegeneral Dr. Michael Färber, FüUstgKdoBw

2.    IT-Systeme/-Services - Integrationslösungen für den Einsatz
       Oberst Hartmut Bock, IT-ZentrumBw, GB 200 Realisierungs- und Integrationsunterstützung

Pause mit Imbiss

3.    SuTBw - mehr als reine Simulation und Ausbildung - Potentiale für die Zukunft  

       Andreas Schiel, ESG GmbH, Head of Business Unit C2 Systems

4.    C4I im Fahrzeug – IT-Integration im mobilen Bereich
       Raimund Richter, Thales GmbH, Director Tactical Communication Products

Zu den Vorträgen

Passend zum AFCEA-Jahresthema „Integration – vernetzt denken, Technik verbinden“ wurde mit der Überschrift der Abendveranstaltung „Technik verbinden: Integrations- und Testumgebung“ ein Teilaspekt aus einem großen Spektrum an Einzelfragen abgedeckt. Über 100 interessierte Teilnehmer  verfolgten vier interessante Vorträge und bereicherten durch ihre Fragen und Kommentare die jeweils anschließenden Diskussionen.

Im ersten Vortrag des Abends widmete sich der Stellvertretende Kommandeur des FüUstgKdo, Brigadegeneral Dr. Michael Färber, einer der Grundlagen für die Integration, nämlich der „Effizienten Realisierung von Wirkketten durch Serviceorientierung“. Er ging dabei auch auf die Problematik einer Güterabwägung zwischen Harmonisierung und dem Akzeptieren nutzerspezifischer Eigenheiten ein und erläuterte anschließend, wie die im NATO-Kontext als Mission Threads bezeichneten Wirkketten und das Prozessmodell des BMVg zusammenhängen. Ziel ist letztlich, die Realisierung von Modulen mit einsatzspezifischen Fähigkeiten sozusagen „von der Wiege bis zur Bahre“ sicherzustellen.

Oberst Hartmut Bock stellte die im IT-ZentrumBw verfügbaren „IT-Systeme/Services – Integrationslösungen für den Einsatz“ vor. Er ging auf erfolgreiche Beispiele ein und identifizierte charakteristische Merkmale dieser Projekte. So seien Agilität und eine gewisse Flexibilität notwendig. Allerdings müssen mithilfe von Integrationsanlagen die Teilaspekte und Aufgaben fokussiert werden. Bemerkenswert war auch die Aussage, dass die Bundeswehr bereits über eigene technische Kompetenzen und auch einsatzreife Battle Labs verfüge, die für zielführende Integrationsleistungen erforderlich sind.

Heiko Seebode, der dankenswerterweise kurzfristig für seinen Kollegen eingesprungen war, stellte das Angebot der ESG zur Unterstützung von Integrationsaufgeben in seinem Vortrag „SuTBw - mehr als reine Simulation und Ausbildung - Potentiale für die Zukunft „ vor. Er schilderte auch die bei der Integration häufig unterschätzten aber notwendigen Stufen der Interoperabilität, zu der auch die semantische Interoperabilität als offensichtlich schwer vermittelbare Herausforderung zählt.

Die SuT lässt sich als verbindendes Element zwischen den in Fläche verteilten Teilkomponenten, sowie für die Orchestrierung und Koordination der Integration einsetzen. In der Diskussion wurde angeregt, die durch das IT-ZentrumBw zur Verfügung gestellten Leistungen der SuT stärker abzurufen.

In seinem Vortrag über „C4I im Fahrzeug – IT-Integration im mobilen Bereich“ stellte Raimund Richter von THALES die Lösung seiner Firma bei der Integration von C4I-Komponenten mithilfe eines Integration Frameworks (VSys-Net) vor. Damit werden eine einheitliche Architektur, durchgängige Vernetzung im Fahrzeug, sowie die die Ausstattung unterschiedlicher Fahrzeugtypen unterstützt. Herr Richter ließ auch die in der Projektrealität auftretenden Schwierigkeiten („Size, Weight, Power“) bei Integrationsarbeiten in Kleinlosen nicht unerwähnt.

AFCEA wird in kommenden Veranstaltungen die Plattform zur Diskussion weiterer Aspekte der Integration bieten. So sollen beispielsweise im AFCEA-FKIE Technologieforum, das für den 17. November 2016 geplant ist, die für eine Integrations- und Testumgebungen relevanten Technologien, Verfahren, Anlagentypen, etc. ausführlich behandelt werden.

Die Vorträge dieser Veranstaltung können bei Bedarf in der Geschäftsstelle von AFCEA Bonn e.V. unter buero@afcea.de angefordert werden.