„Die Bedeutung des Geschäftsprozessmanagements für die Interoperabilität in einem föderalem IT-System“

Donnerstag, den 16.10.2014
Beginn: 14:00 Uhr, Einlass 13:15 Uhr, Ende ca. 18:30 Uhr
Fachhochschule des Bundes, Willi-Brandt-Straße 1, 50321 Brühl

Wesentliche und unbestreitbare Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands ist eine leistungsfähige und effiziente öffentliche Verwaltung. Durchgängige elektronische Verwaltungsprozesse, bürokratiearme Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Behörden, One-Stop-Government und internetbasierte Behördengänge lassen sich jedoch nur durch die Verbindung der staatlichen IT-Systeme im Sinne eines „Föderalen IT-Systems“ erreichen.

Mit dieser neuen Tagungsreihe wird AFCEA Bonn die Entwicklung des Föderalen IT-Systems unter unterschiedlichen Aspekten betrachten.

Programm

Begrüßung:                                    Generalmajor Erich Staudacher – Vorsitzender AFCEA Bonn e.V.
Einführung und Moderation:       Andreas Höher/ Tobias Schönherr – Vorstand AFCEA Bonn e.V.

Vorträge:

  1. „Public Value einer vernetzten Verwaltung“
    Dr. Wolf Zimmer – CSC Deutschland

  2. „Prozess Management – wichtiger Baustein in der Digitalen Verwaltung“
    Georg Gelhausen – Bundesministerium des Innern

  3. „Organisationsübergreifendes Prozess Management BMVg“
    Heike Höschel – Bundesministerium der Verteidigung

    Pause mit Imbiss

  4. „Die Bedeutung des Qualitätsmanagementsystems für das Prozess Management im ZIVIT“
    Thomas Köhler – Zentrum für Informationsverarbeitung und Informationstechnik

  5. „Geschäftsprozessoptimierung in der öffentlichen Verwaltung: Die Bedeutung von Verfahrensintegration und -automatisierung".
    Dr. Philipp Fürst – IBM Deutschland

  6. „Prozess Management als Kern des eGovernment - Best Practice aus föderalen Umsetzungsprojekten“
    Michael Meyer-Schaudwet – Deutsche Telekom

Zusammenfassung und Verabschiedung

Zu den Vorträgen

Am 16. Oktober führte AFCEA Bonn erstmal eine neue Fachtagung mit dem Titel "Föderales IT-System - Vernetzte Verwaltung" an der Fachhochschule des Bundes in Brühl durch. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Thema "Die Bedeutung des Geschäftsprozessmanagements für die Interoperabilität in einem föderalem IT-System", das verschiedenen Blickwinkeln und von unterschiedlichen Ressorts beleuchtet wurde.Dabei verfolgt diese neue im Veranstaltungskalender von AFCEA Bonn wiederkehrende Fachtagung die Intention des ressortübergreifenden Informationsaustauschs, mit der Konzentration auf die Entwicklung der notwendigen Digitalisierung Deutschlands.

Moderator Andreas Höher (AFCEA Bonn)

In seinem Eröffnungsvortrag erläuterte Moderator Andreas Höher (AFCEA Bonn) mit Bezug zur Digitalen Agenda die Herleitung des Themas der Fachtagung und die Bedeutung einer vernetzten Verwaltung und des sie unterstützenden föderalen IT-Systems (Bund, Länder, Kommunen) für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

Der Schwerpunkt dieser ersten Fachtagung wurde auf die Bedeutung des Geschäftsprozess Managements für die Interoperabilität in einem föderalen System gelegt. Dieses Schwerpunktthema wurde neben 2 Vorträgen aus der Industrie ebenfalls ressortübergreifend durch Vorträge aus dem Bundesministerium des Innern, dem Bundesministerium der Verteidigung und des Zentrums für Informationsverarbeitung und Informationstechnik (BMF) getragen.

Dr. Wolf Zimmer, CSC Deutschland, stellte die Ausgangssituation heutigen Verwaltungshandelns dar und zeigte den Nutzen einer Vernetzung der Verwaltung im Sinne eines „eGovernment as a Service“ auf.

In seinem Vortrag „Prozess Management – wichtiger Baustein einer digitalen Verwaltung“ bekräftigte Georg Gelhausen, Bundesministerium des Innern, die Notwendigkeit der Vernetzung der Verwaltung und des Prozess Management als zwingende Voraussetzung zur Digitalisierung Deutschlands und seines föderalen IT-Systems. Neben der Projektstrategie wurden u.a. auch konkrete Planungen des BMI im Kontext der digitalen Verwaltung 2020 vorgestellt.

Heike Höschel, Bundesministerium der Verteidigung, gab einen Überblick über den aktuellen Stand des organisationsübergreifenden Geschäftsprozess Managements im Geschäftsbereich des BMVg. Dabei wurde deutlich, dass die Leistungsprozesse die bisherige Prozesswelt mit der Weiterentwicklung der Organisation und den strategischen Zielen wie auch politischen Vorgaben des Hauses verbinden und die dargestellten Managementmethoden in der zielorientierten Führung und Steuerung wirkungsvoll ineinander greifen.

In seinem Vortrag stellte Thomas Köhler, Zentrums für Informationsverarbeitung und Informationstechnik, die Bedeutung des Qualitätsmanagementsystems für das Prozess Management im ZIVIT dar. Es wurde vorgetragen, dass das ZIVIT als leistungsstarkes „Shared Service Center“ bereits heute IT-Dienstleistungen sowohl für das Finanzressort aber auch für Kunden anderer Ressorts erbringt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass das Prozess Management im ZIVIT nicht alleinstehend agiert, sondern in Abhängigkeit zur IT-Steuerung, dem Controlling und dem Qualitätsmanagement steht. Gerade letzteres fokussiere auf die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität als integraler Bestandteil des iterativen Controllingkreises.

Im Vortrag von Dr. Philipp Fürst, IBM Deutschland, stand das Thema der Prozess-Integration und –Automatisierung im Fokus. Nach der Darstellung der wesentlichen Herausforderungen der öffentlichen Verwaltung im Rahmen der Prozessdigitalisierung wurden eindrucksvolle Projektbeispiele für Prozessautomation auf der Grundlage der IBM Projektpalette präsentiert.

Als Fazit der Veranstaltung kann festgehalten werden, dass sowohl für Zuhörer als auch für die Referenten selber der ressortübergreifende Informationsaustausch einen deutlichen Mehrwert der neuen Fachtagung darstellt. Vor diesem Hintergrund war es einstimmiges Votum aller Beteiligten, diese Tagungsreihe fort zu führen.