„Die IT-Konsolidierung im Zuge der Umsetzung des eGovernment Gesetzes“

                                                               Donnerstag, 02. Juni 2016
                                         an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung
                                                          in 50321 Brühl, Willy-Brandt-Str. 1

Seit Jahren befindet sich die öffentliche Verwaltung in einem wachsenden Spannungsfeld zwischen knapper werdenden Ressourcen aufgrund sinkender Budgets, dem demographischen Wandel und steigenden Anforderungen an Qualität und Verfügbarkeit der Verwaltungsleistungen. In dieser Situation kommt der IT der öffentlichen Verwaltung eine besondere Rolle zu. Da die Anforderungen an Prozesseffizienz, Verfügbarkeit, Kundenservice und IT-Sicherheit rasant zunehmen, bietet die Digitalisierung von Verwaltungsabläufen ein immenses Potenzial. Ein Beitrag zur Lösung dieser Herausforderungen ist die Konsolidierung der IT-Strukturen im Zuge der Umsetzung des eGovernment Gesetzes. Doch wo steht Deutschland aktuell in der Umsetzung der IT-Konsolidierung?

Einladung zur Veranstaltung zum download.

 

Programm

In sechs Vorträge werden die unterschiedlich wahrgenommenen Herausforderungen und die Lösungsansätze der Umsetzung der IT-Konsolidierung dargestellt.

Moderation:            Andreas Höher, Mitglied des Vorstandes AFCEA Bonn e.V.

14:00 Uhr               Begrüßung und Einführung
                               Erich Staudacher – Vorsitzender AFCEA Bonn

14:15 Uhr               Herausforderungen der IT-Konsolidierung für Bund, Länder und Kommunen
                               Andreas Höher – AFCEA Bonn

14:45 Uhr               Herausforderungen der IT-Konsolidierung aus Sicht eines kommunalen Rechenzentrums
                              
Karl-Matthias Pick, Kommunale Datenverarbeitungszentrale Rhein-Erft-Rur

15:15 Uhr               Status und Inhalte der Umsetzung der Digitalen Verwaltung 2020 im Geschäftsbereich BMVg
                               Flottenarzt Dr. Michael Storck, Bundesministerium der Verteidigung

15:45 Uhr               Gespräche im Foyer (Pause)

16:15 Uhr               Status und Inhalte der Umsetzung der Digitalen Verwaltung 2020 im Geschäftsbereich BMWI
                               N.N., angefragt: BMWI

16:45 Uhr               Die E-Akte im Kontext des Organisationskonzeptes Elektronische Verwaltungsarbeit
                               Dr. Carsten Jürgens, Computacenter

17:15 Uhr               Lösungsansätze für die Umsetzung der elektronischen Verwaltungsarbeit
                               Andreas Pankratz, CGI

17:45 Uhr               Frage- und Diskussionsrunde mit den Vortragenden     

18:00 Uhr               Ausklang mit Gesprächen bei einem Imbiss

Zu den Vorträgen

Vortragende mit dem Moderator (von links nach rechts): Karl-Matthias Pick von der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale Rhein-Erft-Rur, Werner Achtert, msg systems ag, Dr. Carsten Jürgens, Computacenter, Andreas Pankratz, CGI, Moderator Andreas Höher, AFCEA Bonn e.V.

Wie auch in den vergangenen Jahren verfolgte die Fachtagung die Intention des ressortüber­grei­fenden Informationsaustauschs, mit der Konzentration auf die Entwicklung und Umsetzung der IT-Konsoldierung in der öffentlichen Verwaltungslandschaft Deutschlands.

In seiner Begrüßung erläuterte Moderator Andreas Höher (AFCEA Bonn) mit Bezug zum eGovernment Gesetz, der IT-Steuerung und IT-Konsolidierung Bund die Herleitung des Themas der Fachtagung und die Bedeutung der IT-Konsoldierung in einem wachsenden Spannungsfeld zwischen knapper werdenden Ressourcen aufgrund sinkender Budgets, demographischem Wandels und steigenden Anforderungen an Qualität und Verfügbarkeit der Verwaltungsleistungen.

Das Fachtagungsthema wurde neben 3 Vorträgen aus der Industrie durch Vorträge aus dem Bundesministerium der Verteidigung und der Kommunale Datenverarbeitungszentrale Rhein-Erft-Rur getragen. Neben der Darstellung der Herausforderungen der IT-Konsolidierung für Bund, Länder und Kommunen stand zudem die Umsetzung des Basisdienstes eAkte im Mittelpunkt der Fachtagung.

Werner Achtert, msg systems ag, stellte die Ergebnisse einer Studie seines Unternehmens zu den Herausforderungen an eine moderne IT im Public Sector vor. Der Schwerpunkt der Betrachtung waren hierbei Behörden von Bund und Ländern. Sowohl bei den fachlichen als auch bei den technischen Herausforderungen sehen die Behörden insbesondere das Fehlen von Fach- bzw. IT-Personal als Top Herausforderung an. Das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) wie auch die neu geschaffenen IT-Dienstleistungszentren müssten Ihre Wirtschaftlichkeit und Ihre Kompetenz nachweisen. Dieses ginge nur über Standardisierungen. Behörden müssten hingegen lernen, sich als Kunden zu verhalten und auf Leistungsfähigkeit der IT-Dienstleister zu vertrauen.

Karl-Matthias Pick von der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale Rhein-Erft-Rur stellte die Herausforderungen der IT-Konsolidierung aus Sicht eines kommunalen Rechenzentrums dar. Verpflichtende Vorgaben von Bund und Land, z.B. in Form des eGovernment Gesetzes, seien für die Kommunen lediglich Empfehlungen jedoch keine Verpflichtung zur Umsetzung. Dies ließe viel Platz für viele Lösungen und wirke eher gegen eine IT-Konsolidierung. Fehlende Steigerung des IT-Budgets und Senkung des Personal Budgets seien die Top Herausforderungen auf kommunaler Ebene. Nur auf der Grundlage einer (kommunalen) eGovernment Strategie mit klarer Darstellung von möglichen Anwendungen sowie eines Kosten- und Zeitrahmens könnten interessierte Kommunen zur Um­setzung bewegt werden.

Über „Status und Inhalte der Umsetzung der Digitalen Verwaltung 2020 im Geschäftsbereich BMVg“ trug Flottenarzt Dr. Michael Storck, Bundesministerium der Verteidigung, vor. Dr. Storck stellte die Aktivitäten der von ihm geleiteten Projektgruppe im Kontext der Digitalen Agenda 2014-2017, der Digitale Verwaltung 2020 und des eGovernment Gesetzes dar. Der Schwerpunkt dieser Aktivitäten sei die Umsetzung des Basisdienstes eAkte, zu dem neben der Umsetzung der elektronischen Aktenführung ebenfalls die eVorgangsbearbeitung, die eCollaboration und die eLangzeitspeicherung zu zählen seien. Die Einführung des Basisdienstes eAkte berühre dabei zu 30% die Technik und zu 70% die Prozesse und Organisation. Derzeit befinde sich das Projekt in der konzeptionellen Phase. Gleichwohl decke die vorhandene Lösung im Geschäftsbereich des BMVg bereits 90% der Funktionalitäten des geforderten Basisdienstes eAkte ab.

Mit zwei weiteren Vorträgen aus der Industrie wurden direkte Lösungen zur Umsetzung des Basisdienstes eAkte präsentiert.

Andreas Pankratz, CGI, präsentierte hierbei eine Lösung seines Unternehmens, die ihre Ursprünge in der NATO habe und, kontinuierlich weiterentwickelt, zunehmend auch bei der Bundeswehr Berücksichtigung finde. Die Lösung erfülle dabei die Vorgaben des Organisationskonzeptes elektronische Verwaltungsarbeit (E-Akte, E-Vorgangsbearbeitung, E-Zusammenarbeit). Zudem handele es sich um eine modulare Lösung, die neben einigen Basiskomponenten für Projekte die Ergänzung von projektspezifischen Elementen erlaube. Das Framework basiere auf einer Client-Server-Architektur und der Trennung von Darstellung und Inhalten.

Im abschließenden Industrievortrag durch Dr. Carsten Jürgens, Computacenter, wurde die E-Akte im Kontext des Organisationskonzeptes Elektronische Verwaltungsarbeit vorgestellt. Nach einer Darstellung des aktuellen Organisationskonzeptes E-Verwaltung wurde im Vortrag konkreter Bezug zur modularen Einbindung der eAkte auf der Grundlage unterschiedlicher Lösungsansätze und Standardsoftwareprodukte genommen. Drei konkrete Projektbeispiele rundeten den Vortrag ab. Insbesondere die „eAkte2go“ fand dabei bei den Zuhörern reges Interesse.

Als Fazit der Veranstaltung kann festgehalten werden, dass sowohl für die Zuhörer als auch für die Referenten selber der Informationsaustausch und die durch die Industrievorträge dargestellten Lösungen einen deutlichen Mehrwert der Fachtagung darstellte.

Die Präsentationen der Vorträge zum download

Hier finden Sie die freigegebenen Präsentationen der Vorträge:

Werner Achtert, Leiter IT-Consulting Public Sector
"IT-Dienstleistungszentren in der öffentlichen Verwaltung"

Karl-Matthias Pick, Kommunale Datenverarbeitungszentrale Rhein-Erft-Rur
"Herausforderungen der IT-Konsolidierung aus Sicht eines kommunalen Rechenzentrums"

Flottenarzt Dr. Michael Storck, BMVg/Bundeswehr, Beauftr DiV im BMVg + Ltr PG DiV
„Status und Inhalte der Umsetzung der Digitalen Verwaltung 2020 im Geschäftsbereich BMVg"

Andreas Pankratz, CGI, Director Key Account Bundeswehr
"Lösungsansätze für die Umsetzung der elektronischen Verwaltungsarbeit"

Dr. Carsten Jürgens, Computacenter AG & Co. oHG, Direktor Geschäftsfeldentwicklung Öffentliche Auftraggeber
"Die E-Akte im Kontext des Organisationskomzeptes Elektronsiche Verwaltungsarbeit"

Bildergalerie

Der Vorsitzende von AFCEA Bonn e.V., GenMaj Erich Staudacher, bei seiner Begrüßung und Einführung
Werner Achtert, msg systems ag, mit dem Moderator Andreas Höher, AFCEA Bonn e.V.
Werner Achtert, msg systems ag
Karl-Matthias Pick von der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale Rhein-Erft-Rur
Flottenarzt Dr. Michael Storck, Bundesministerium der Verteidigung
Intensive Diskussion und harte Nachfragen aus dem Publikum
Andreas Pankratz, CGI
Dr. Carsten Jürgens, Computacenter