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Bundeswehr darf nicht „auf der Datenautobahn überholt werden“

Mehr als 150 Teilnehmer interessierten sich für das Thema des Mittagsforums. Fotos: AFCEA
23.11.18 - ESG
Die Vortragenden
23.11.18 - ESG

Zum zweiten Mittagsforum in diesem Jahr hat AFCEA Bonn e.V. am 23. November 2018 ins Kameha Grand Hotel in Bonn eingeladen – gemeinsam mit der ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH.

Im Fokus der Veranstaltung stand das Thema: „Herausforderung Digitalisierung: Verstehen – Handeln – gemeinsam Mehrwert schaffen“. Hierzu wurden im Verlauf des Vormittages Vorträge zu den Themenfeldern „Management von IT“, „Digitalisierung in der Logistik“ sowie „Digitalisierung in der Führung“ gehalten.

Mehr als 150 Teilnehmer aus dem Kreis der Industrie sowie von Bedarfsträger- und deckerseite unterstrichen mit ihrer Anwesenheit die besondere Bedeutung des Themas für alle Beteiligten.

Die Begrüßung übernahmen Brigadegeneral Armin Fleischmann, Vorsitzender des Vorstandes der AFCEA Bonn e.V., und Kai Horten, Geschäftsführer der ESG GmbH. In ihren Grußworten betonten beide die Wichtigkeit der schnellen und zielgerichteten Realisierung der Digitalisierung in der Bundeswehr. Kai Horten sagte, dass die Digitalisierung eine hohe Priorität haben müsse, damit die Bundeswehr nicht „auf der Datenautobahn überholt werde oder gar auf der Standspur stehen bleibe“.

Oberst i.G. Volkmer stellte in seinem Vortrag in Vertretung von Brigadegeneral Dr. Färber den aktuellen Stand der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie im Bundesverteidigungsministerium vor und zeigte in seinem Ausblick die geplante Umsetzung für alle nachgeordneten Bereiche. Dabei bestätigte er ebenfalls die Wichtigkeit des Themenfeldes und verwies auf die Vielzahl der sich daraus ergebenden Chancen.

Im Anschluss begannen Christoph Reich, Director Defense Business bei der Software AG, und Torsten Damberg, Leiter Kompetenzcenter Architekturen bei der ESG GmbH, ihren gemeinsamen Vortrag zum Thema IT-Portfoliomanagement. Darin zeigten die beiden Vortragenden einerseits die ESG in Ihren Projekten (hier am Beispiel des neuen Gefechtsstands der Luftwaffe für die Mission Counter Daesh), die IT-Komponenten und deren Konfiguration erfasst und managt, sowie andererseits, welche Lösungen bei großen, auch international agierenden, Konzernen bereits umgesetzt wurden. Damit wurde die Brücke zu einem möglichen einheitlichen IT-Portfoliomanagement bei der Bundeswehr geschlagen.
 

Kollaboration im Kontext Asset Management und 3D-Druck

Im Themenblock Logistik stellte zunächst Daniel Kriegesmann, Account Manager Bundeswehr bei der SAP Deutschland SE & Co. KG, die möglichen Mehrwerte von Kollaboration im Kontext Asset Management und 3D-Druck dar, die bei einer durchgängigen IT-gestützten Lösung für alle Beteiligten (neben den Industriepartnern vor allem bei der Bundeswehr) realisiert werden könnten. Anschließend erläuterte Tobias Spann, Leiter Geschäftseinheit Informationssysteme Logistik bei der ESG GmbH, die Integration von militärischen Anforderungen in Standardanwendungen am Beispiel von SASPF. Hierbei ging er zum einen auf die Schnittstelle von ZEBEL zu SASPF ein und zeigte zum anderen die Notwendigkeiten der Anpassung von Arbeitsabläufen und Datenmodellen zur Schaffung einer Kollaborations-Umgebung im Bereich der Normen der ASD (AeroSpace and Defence Industries Association of Europe).

Lösungsansätze schon lange bekannt

Danach zeigte Timo Haas, Geschäftsführer der blackned GmbH, den Teilnehmern, welche Designparadigmen für eine durchgängige Lösungsarchitektur im Programm D-LBO zu Grunde gelegt werden. Mit der Einhaltung dieser Paradigmen soll die zu realisierende Lösung zukunftsfähig sein und das im Rahmen der Keynote vorgestellte inkrementelle Vorgehen für die Ausstattung der Kräftedispositive auf der Softwareseite unterstützen. Heiko Seebode, Leiter Geschäftsfeld IT und Landsysteme bei der ESG GmbH, verwies in seinem Vortrag auf Lösungsansätze, die bereits im Jahr 1995 Bestand hatten und für die Ausstattung der Kräfte für VJTF 2023 noch immer Grundlage des Handelns sind: nämlich schmalbandige Kommunikationsverbindungen auf Basis der SEM-Funkgerätefamilie sowie die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Integration Sensor-to-Shooter. Fraglich sei, warum nicht schon längst Beschaffungsentscheidungen gefallen sind, gelichwohl die Grundlagen seit Jahrzehnten nahezu unverändert seien.

Zusammenfassend stellte Dr. René Purainer, Leiter Geschäftseinheit Systemintegration IT bei der ESG GmbH, fest, dass die Beiträge des Vormittags nur einen kleines Ausschnitt des Gesamtkontextes Digitalisierung bei der Bundeswehr wiedergeben könnten. In den beleuchteten Themenfeldern sind bereits viele Erfahrungen in konkreten Projekten umgesetzt beziehungsweise demnächst in der Umsetzung, jedoch ist eine übergreifende Governance noch nicht vollständig realisiert.

Alles in allem waren sich alle Teilnehmer einig, dass es eine gelungene Veranstaltung war, die neben fachlich guten Vorträgen auch genügend Raum für vertiefende Gespräche untereinander bot.

Interessierte können die Vorträge über die AFCEA-Geschäftsstelle, buero@afcea.de, anfordern.