Fraunhofer FKIE

Stand F 8

Firmeninfos                                                                                                                                               Stand: F 8

Informations- und Wissensmanagement in der zivil-militärischen Zusammenarbeit

Das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) entwickelt Systeme für den Bereich Verteidigung und Sicherheit. Das Vorgehen in den FKIE-Projekten spiegelt stets ein »Denken vom Einsatz her« wider. Die am Fraunhofer FKIE entwickelten Führungsinformations- und Assistenzsysteme werden daher in umfangreichen Feldversuchen unter Realbedingungen auf die jeweiligen Anforderungen hin optimiert. Ziel ist die Nutzerunterstützung in allen Bereichen strategischer, operativer und taktischer Führungsprozesse: beobachten, orientieren, entscheiden, handeln.

Der Kern für eine erfolgreiche, zielorientierte Koordination und Kooperation der beteiligten Kräfte  liegt im gemeinsamen Verständnis von Führungsprozessen und im bedarfsgerechten Umsetzen der Informationsflüsse. Fehlentwicklungen in der Vergangenheit zeigen, dass dieser „dynamische Aspekt“ der Führungsunterstützung schwerer zu fassen ist als der „statische“, der sich auf die Definition von standardisierten Datenstrukturen und Austauschformaten beschränkt. Die Klärung von Aufbau- und Ablaufstrukturen, Informationsbeziehungen und klar definierten Prozessschritten ist jedoch erfolgskritisch für eine funktionierende Führungsunterstützung.

Im Forschungsgebiet „Wissens- und Workflowmanagement“ des FKIE werden dementsprechend Datenbank-gestützte Verfahren entwickelt, die eine unmittelbar an der jeweiligen Aufgabenstellung orientierte Kooperation aller Beteiligten fördern. „Wissensmanagement“ berücksichtigt dabei die engen Wechselwirkungen zwischen Informationstechnologie und Organisationsstrategie. Ein der jeweiligen Aufgabe und Systemumgebung angepasstes „Workflowmanagement“ bildet zudem den zeit- und sachgerechten Informations- und Arbeitsfluss gemäß geeigneter Rollenkonzepte ab.

Auf der Fachausstellung wird die am im FKIE entwickelte „CIMIC Information Database“ (CIMD) vorgestellt. Mit der vorgestellten Lösung wurden die Voraussetzungen geschaffen, die Abläufe bei der fachspezifischen Aufgabenwahrnehmung der zivil-militärischen Zusammenarbeit konkret zu fassen. Sie basiert auf dem NATO den CIMIC FunctionalPlanning Guide (CFPG), der im Jahr 2014 als Prozessbeschreibung der CIMIC-Unterstützung für die Planungen von NATO-Einsätzen entwickelt wurde. Der CFPG umfasst mehrere aufeinanderfolgende Phasen von der initialen Lagefeststellung in einem Krisenszenario bis hin zur Planung des  konkreten militärischen Einsatzes.

Im Herbst 2014 führte das Zentrum Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr (ZMZBw) als Host Lead Nation erstmals die multinationale CIMIC-Übung „Joint Cooperation“ durch, um diese Prozesse einzuüben. Im Erfahrungsbericht wurden „typische“ Kernprobleme identifiziert: fehlendes gemeinsames Verständnis der Arbeitsabläufe, unklare Dokumentenlage bezüglich Auftragsvergabe und Meldungsformaten, Medienbrüche von der Aufnahme der Informationen über die diversen Auswerteebenen bis hin zur Struktur der Lagevorträge sowie eine mangelhafte Ausbildung. Das Optimierungspotential ist offensichtlich: Die Arbeitsabläufe sind zu kanalisieren, zur Bildung eines bedarfsorientierten Situationsbewusstseins (Wahrnehmen, Verstehen, Projizieren) muss für jeden Bearbeiter individuell der Zugriff auf den komplexen, permanent aufwachsenden Datenbestand sichergestellt werden. Dazu sind raum-, zeit- und sachbezogene Filter einzusetzen.

Um dieser Multidimensionalität Rechnung zu tragen, setzt das CIMD-Konzept leistungsfähige, ergonomisch optimierte Kontextfilter (Zuordnung der Informationsobjekte u.a. zu GPMESII-Domänen * und ASCOPE-Kategorien ** typo3/#_ftn2 und spezielle Relevanzfilter (rollen- und rechtebezogene Sichten auf den Datenbestand) ein. Mit dem CIMD-Konzept werden damit die folgenden Aufgaben im CIMIC-Bereich erstmals durchgängig unterstützt:

  • Informationsgewinnung                   d.h. Datenbeschaffung und Validierung,
  • Informationsverarbeitung                d.h. Korrelation von Daten in einer Wissensbasis
  • Datenhaltung                                   d.h. klare Strukturierung und Einordnung
  • Informationsbereitstellung               d.h. eine zeitgerechte, aufgabenbezogene Visualisierung

_________
*     GPMESII = geographical, political, military, economic, social, information and infrastructure
**   ASCOPE: area, structure, capabilities, organizations, persons, events

Kontaktdaten

Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE)
Neuenahrer Str. 20
53343 Wachtberg

Ansprechpartner:
Jürgen Kaster, Informationstechnik für Führungssysteme, E-Mail: juergen.kaster(at)fkie.fraunhofer.de

zur Homepage des Ausstellers

zurück zu:                                             Ausstellung 2016       Symposium 2016      Startseite         Infos für Aussteller