Weg vom weiblichen Konkurrenzgedanken

Weg vom weiblichen Konkurrenzgedanken

Es gibt unterschiedliche Karrierewege, zeigten die Diskussionsteilnehmer. Foto: Stefan Veres

Am ersten Tag der Fachausstellung am 11. April hat AFCEA Bonn e.V. zum Young AFCEAN „Leadership Forum“ eingeladen. Hochrangige Vertreter von Bund und Industrie diskutierten ihre Karrieren mit jungen Führungskräften.

„Wie gestalte ich meine Karriere - Frauen in Führungspositionen, wo sind die Unterschiede und Herausforderungen?“ lautete das Thema der Diskussion, die von Sandra Pfetzing-Huber, IBM, geleitet wurde.

Um diese besondere Sichtweise auf die Karrieregestaltung darstellen zu können schilderten vier unterschiedliche Frauen ihre Erfahrungen. Das Podium bestand aus Oberstarzt Dr. Ulrike Wagner, Zentralkrankenhaus der Bundeswehr Koblenz, Abteilung I Innere Medizin, Christine Serrette, Leitung Geschäftsfeld Bundeswehr Account Management, BWI GmbH, Renate Richter, Business Development Managerin, Griffity Defence und Katrin Eisele, Leiterin IT Service Management der Firma steep.

Die weibliche Sicht auf die Karriereentwicklung und Frauenförderung wurde ergänzt durch die männliche Perspektive von Generalmajor a.D. Erich Staudacher, General Manager Europe, Vizepräsident von AFCEA International für EMEA (Europe, Middle East, Africa), Vorstandsvorsitzender AFCEA Bonn e.V., und Andreas Höher, Director Public Sector Defense Consulting bei der msg systems ag.

Nach den Einblicken in die persönlichen Karrieren ging es um die Frage, wie der Weg in die oberen Führungsetagen bewältigt werden kann, und auch darum, warum viele der weiblichen Talente auf dem Weg vom Berufseinstieg in die Führungsetage verloren gehen. „Wir können uns nicht leisten, solche Potenziale zu ignorieren“, sagte Erich Staudacher und das war auch der einheitliche Tenor des Podiums. Dr. Wagner ergänzte diese Aussage mit der Aufforderung: „Wenn man nicht weiß, was man will, mal fragen, was man nicht will.“ Auch die Möglichkeit, unterschiedliche Formen der Karriere zu betrachten, wurde diskutiert. „Man muss nicht immer sofort Karriere machen: Manchmal kann man auch mehr Anlauf nehmen um weiter zu springen“, sagte Christine Serette­.

Bei der Frage des richtigen Netzwerkens und ob es Unterschiede bei den Geschlechtern gibt, war sich das Podium nicht ganz einig.

Die weibliche Meinung war, dass das Netzwerken als Frau komplizierter sei, da man in erster Linie eher als Frau und nicht fachlich wahrgenommen werde, man brauche somit ein dickeres Fell. Hier sollte man lernen, schnell Kontakte zu schließen und Netzwerke zu pflegen; man müsse weg vom typisch weiblichen Konkurrenzgedanken.

Die männlichen Podiumsteilnehmer sahen hier weniger Unterscheide, stellten aber die Notwendigkeit eines guten Netzwerkes ebenfalls heraus.

Am Ende der Veranstaltung stellten die Redner eine To-Do-Liste zusammen, welche jungen Führungskräften einige Anregungen für ihren Karriereweg geben sollen:

- Eine akademische Ausbildung und Führungsausbildung ist die perfekte Basis für einen Start in der Industrie.

-  Stärken herausfinden und Stärken stärken (Buchtipp: „Strength finder“)

- Stärken ausbauen und nutzen

- Ehrlich sagen, was man will und was nicht

- Selbstreflexion

- Wachsam bleiben, Fehler nicht zu oft machen

- Gelegenheiten nutzen und etwas versuchen

- Prüfen, was möglich ist

- An sich selbst glauben und nicht zu schnell aufgeben

- Fachkompetenz, Führungskompetenz, Ausgleich – Anker mit Bodenständigkeit und Ehrlichkeit, Freunde

- Mit Herzblut dabei sein können

- Das Umfeld im Blick haben. Es ist hilfreich, wenn man mitreden kann (z.B. über Fußball)