„Digitalisierung der Prozesse – Architekturen. Werkzeuge, Anwendungen“

Montag, 3. Dezember 2018, 18:00 – 21:30 Uhr 
Fraunhofer FKIE, Fraunhoferstraße 20, 53343 Wachtberg-Werthhoven

 

Um den Weg der Digitalisierung erfolgreich zu beschreiten und um die unternehmenseigene IT-Architektur wirkungsvoll zu gestalten, bieten digitale Plattformen den Unternehmen die nötige Agilität und Flexibilität. Standardsoftware hat in vielen Fällen ihre Berechtigung. Sie erreicht jedoch schnell die Grenzen der Flexibilität, wenn aufgrund eines neuen Geschäftsmodells neue Prozesse und Organisationsstrukturen schnellstmöglich implementiert werden müssen.

Herzstück einer digitalen Architektur sind Integrationstechnologien, die in heterogenen und verteilten Architekturen eine core capability darstellen. Eine digitale Technologieplattform mit einer großen Diversität an Werkzeugen/Softwarebausteinen bildet das Fundament für die digitale Architektur des Unternehmens. Sie stellt alle zentralen Funktionen und Komponenten bereit, um digitale Architekturen und Applikationen für innovative Anwendungsszenarien zu konzipieren, zu implementieren und zu managen. Damit bestimmen die Unternehmen wieder selbst ihren Innovationszyklus – nicht der Anbieter der Standardsoftware.

 

Interessierte Zuhörer bei der abendlichen Fachveranstaltung in Wachtberg
FV 03.12.2018 in Wachtberg - Fraunhofer FKIE

Programm

Begrüßung:                                 Brigadegeneral Armin Fleischmann, Vorsitzender AFCEA Bonn e.V. 
Einführung und Moderation:
        Oberst a.D. Friedrich W. Benz, Vorstand AFCEA Bonn e.V. und Leiter AFCEA Fachasustellung 
 

1.    „Multinational föderierbare Services als Herausforderung für Standardprodukte"
       Herr Oberst i.G. Dr. Joachim Bartels, RefLtr BAAINBw I 1.4, Koblenz

2.    „Agilität trotz Standardsoftware – Möglich?!“
       Herrn Hubert Waschulewski/Herr Daniel Kriegesmann, SAP Deutschland SE &Co.KG, Account Manager Bundeswehr, Darmstadt

Pause mit Imbiss

3.    „Der Geschäftsprozess gibt den Ton an - Prozesse ganzheitlich digitalisieren"
       Herr Christoph Reich, Software AG, Director Defence Business, Darmstadt

4.    „Automatisierte Architekturen - Orchestrierung von Platform und Software Layer"
       Herr Thomas Möller, CGI Deutschland Ltd. & Co. KG, Executive Consultant - Defense Solutions, Köln

Teilnehmer können die Präsentationen der im Rahmen der Fachveranstaltung gehaltenen Vorträge über buero@afcea.de anfordern.

 

Der Stellv. Vorsitzende von AFCEA Bonn e.V., Oberst i.G. Heiko Mühlmann (ganz rechts) mit den Akteuren des Abends.
Von rechts: Christoph Reich, Software AG, Oberst i.G. Dr. Joachim Bartels, RefLtr BAAINBw I 1.4, Daniel Kriegesmann, Hubert Waschulewski, beide SAP Deutschland, Moderator Oberst a.D. F.W. Benz, Thomas Möller, CGI Deutschland.
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Zu den Vorträgen

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Auch die letzte Veranstaltung von AFCEA Bonn e.V. im Jahr 2018 war wieder gut besucht, und so konnte der Vorsitzenden von AFCEA Bonn e.V., Herrn Brigadegeneral Armin Fleischmann, mehr als 100 Teilnehmer im gut gefüllten Vortragssaal bei der Fraunhofer FKIE in Wachtberg begrüßen.

 

(links:
BrigGen Armin Fleischmann, Vorsitzender AFCEA Bonn e.V., im Gespräch mit Oberst i.G. Dr,. Bartels, dem ersten Vortragenden des Abends)

Nach der Begrüßung  führte Oberst a.D. Benz als Moderator in die Veranstaltung ein.

Er wies darauf hin, bei der Entscheidung zur Einführung von SASPF zur Ablösung der vielfältigen administrativen und logistischen Informationssysteme der Bundeswehr  der Gedanke der Einsparungen im Bereich SWPÄ bei der Nutzung von Standardsoftware  eine handlungsleitende Maxime war. Dabei war im Laufe der Umsetzung immer wieder die Frage zu stellen, wie weit man sich bei ganz spezifischen Forderungen   bei SASPF vom Standard entfernen sollte und durfte.

Bei neuen Strukturen und damit neuen Prozessen ist immer wieder die Frage zu stellen, in welchem Zeitrahmen die aktuellen Forderungen durch Standardsoftware abgedeckt werden können - oder ob es nicht für zeitnahe Auftragserfüllung nicht effizienter ist, sich auf Individualsoftware abzustützen. Diese Fragestellung soll bei den Vorträgen und Diskussionen der Veranstaltung im Mittelpunkt stehen.

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„Multinational föderierbare Services als Herausforderung für Standardprodukte"

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Oberst i.G. Dr. Joachim Bartels, BAAINBw
RefLtr BAAINBw I 1.4, Koblenz

Oberst i.G. Bartels ging zunächst auf die Wiederverwendbarkeit von IT-Services (Module) ein und erläuterte dies an den Programmen GMN, D-LBO und MKS 180. Um eine Wiederverwendung von IT-Services sicherzustellen sind die Zuständigkeiten für die Realisierung von IT-Service Modulen und von IT-Services auf unterschiedliche Rollen zu verteilen. Er ging dabei auf die Zuständigkeit von Programmleiter, Programm Management, IT-Service-Projekt Management, IT-Service Projekt Teams und Service Owner ein und erläuterte die Prinzipien einer serviceorientierten Programmorganisation sowie das Zusammenspiel der unterschiedlichen Akteure bei der Migrationsplanung.
Neben den Herausforderungen Wiederverwendbarkeit und Programmübergreifende IT-Services  erläuterte er auch plakativ die Herausforderung Integrationstiefe und ging auf die Symptome mangelnder SO Integrationsfähigkeit von COTS/MOTS-Produkte und Herausforderungen bei deren Verwendung ein.

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„Agilität trotz Standardsoftware – Möglich?!“

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Hubert Waschulewski/Herr Daniel Kriegesmann
SAP Deutschland SE &Co.KG, Account Manager Bundeswehr, Darmstadt

Die Firma SAP hat über die letzten vier Jahrzehnte ihre Produktpalette von der reinen ERP-Software hin zu einer umfassenden IT-Unterstützung für das intelligente Unternehmen oder die intelligente Organisation weiterentwickelt. Das ERP-System ist dabei nicht verschwunden, sondern hat mit S/4HANA eine neue Entwicklungsstufe erreicht und bildet den stabilen Kern für jegliche Innovation. Diese Innovationen können ausgehend von den Prozessen und Architekturen auf Basis der SAP HANA Plattform und darauf basierenden Produkten realisiert werden. So kann beispielsweise der CPM-Prozess und insbesondere das Product Lifecycle Management integrativ und umfassend unterstützt werden. Ergänzend besteht die Möglichkeit SAP HANA als Entwicklungsplattform mit über 20 Programmiersprachen und vielfältigen Standard-Integrationsfunktionen zu nutzen. Auf diese Weise können Entwicklungen in verschiedenen Geschwindigkeiten realisiert und sogar automatisiert werden. Die Einbindung von Cloud-Services bietet zusätzliche Möglichkeiten, um innovative und funktionierende Gesamtlösungen zu schaffen. Letztendlich erreicht man damit Agilität durch Standardsoftware, da insbesondere die Integration bereits durch die gemeinsame Plattform bereitgestellt wird.

 

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„Der Geschäftsprozess gibt den Ton an – Prozesse ganzheitlich digitalisieren“

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Christoph Reich, Software AG
Director Defence Business, Darmstadt

Herr Reich führte aus, dass die Digitalisierung von Prozessen der fundamentale Ansatz einer jeden Digitalisierungsstrategie ist. Das bedingt zum einen die Kenntnisse der eigenen Prozesse und zum anderen eine Analysefähigkeit hinsichtlich der Auswirkungen eines Digitalisierungsvorhabens. Dabei sind die Auswirkungen zu verschiedenen Dimensionen zu evaluieren, die eine Entscheidung für das weitere Vorgehen unterstützen.
In seinem Vortrag präsentierte er Dimensionen, Erfahrungswerte und Praxisbeispiele sowie Veranschaulichungen zur Werkzeugunterstützung. Beispielsweise erläuterte an einem einsatzorientierten Leistungsprozess der Streitkräfte exemplarisch die digitale Umsetzung. Auch ging er auf das Ende-zu-Ende Prozessmanagement zum Erreichen von Agilität und Transparenz ein und zeigte auf, dass durch Prozessautomation (Software Robots) die Prozessdurchlaufzeiten reduziert werden können.

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„Automatisierte Architekturen – Orchestrierung von Platform und Software Layer“

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Thomas Möller, CGI Deutschland Ltd. & Co. KG
Executive Consultant - Defense Solutions, Köln

In seinem Vortrag ist Herr Möller am Beispiel EXaaS (Exercise as a Service) darauf eingegangen, wie auf Plattform und Software Layer eine optimale automatisierte Orchestrierung von Technical Services und verschiedenen Customer Faced Services realisiert wird. Des Weiteren wurde thematisiert, welche Voraussetzungen existieren und beachtet werden (z.B. NATO C3T oder FMN), welche Anforderungen von Kunden umgesetzt werden sollen (z.B. nicht unterstützte/veraltete Software) und welche Herausforderungen dabei entstehen. Er ging dabei auf die Komplexität der C3-Taxonomie ein und wie diese Komplexität auf ein nutzbares Maß heruntergebrochen werden kann, welche Herangehensweise und Algorithmen dafür notwendig sind und wie die Ergebnisse verbildlicht werden (Hinweis: C3T hat >73 Metaelemente und 86.000 Knoten mit Teil erheblichen Abhängigkeiten zu anderen Knoten [>50Mio]). Am Beispiel NRF (Baseline 2018) wurde eine Beispielrechnung eröffnet, welcher Komplexitätsgrad mit den dort eingesetzten Core, COI Enabeling und COI Specific Services besteht und welche Auswirkungen das auf das Projekt (-Managment), die Nutzer und die Auftragnehmer hat.

 

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Teilnehmer können die Präsentationen der im Rahmen der Fachveranstaltung gehaltenen Vorträge über buero@afcea.de anfordern.