Dreiklang aus operationellem Bedarf, technischen Innovationen und IT-Sicherheit

V.l. Heiko Mühlmann, Erich Staudacher, Markus Nickels, Oliver Zimmermann, Franz Kreutzer, Franz-Bernd Möllers Foto: AFCEA
FV 26.02.2018

Zur 111. Fachveranstaltung hat AFCEA Bonn e.V. am Montag, 26. Februar, eingeladen. Das Thema „Digitalisierung – Herausforderung für die Luftwaffe“ stieß auf großes Interesse. Knapp 120 Teilnehmer kamen ins Wissenschaftszentrum in Bonn.

Der Vorsitzende von AFCEA Bonn e.V., Generalmajor a.D Erich Staudacher, begrüßte die Teilnehmer und leitete in das Thema ein. Die Moderation der Veranstaltung übernahm AFCEA-Vorstandsmitglied Franz-Bernd Möllers.

Unter dem Titel „Die Digitalisierung wartet nicht auf die Luftwaffe“ eröffnete Oberst i.G. Heiko Mühlmann, Unterabteilungsleiter Cyber- und Führungsfähigkeit im Kommando Luftwaffe, den Reigen der Vortragenden. Seit mehr als 60 Jahren stehe die Luftwaffe als Nutzer von Hochtechnologien den Herausforderungen gegenüber, dass ihre Waffensysteme kontinuierlich von digitaler Technik durchdrungen seien, sagte Mühlmann. Dabei sei auf den Dreiklang aus operationellem Bedarf, technischen Innovationen und IT-Sicherheit ein besonderes Augenmerk zu werfen, wurde in dem Vortrag deutlich. Die Forderung nach einem einheitlichen IT-Architekturmanagement sei dabei nicht nur für die Luftwaffe besonders wichtig, sagte Mühlmann.

Informationsüberlegenheit der Führungsinformationssysteme

Unter dem Motto „Fighting off the same data“ stellte Oliver Zimmermann, Sales Account Manager bei Luciad, in den Vordergrund, dass mittlerweile die Zeit die wichtigste Dimension von raumbezogenen Daten geworden sei. Auch die Fragestellung nach Souveränität bringe weitreichende Konsequenzen für die Schlüsseltechnologien des digitalen Gefechtsfelds mit sich, machte Zimmermann deutlich. Im Spannungsfeld aus Bundeswehr, internationalen Bündnispartnern und Industrie bestehe die grundlegende Herausforderung darin, Technologien zu entwickeln, welche eine Informationsüberlegenheit der Führungsinformationssysteme gewährleisten, indem sie dem Need-to-share-Prinzip folgen.

Digitalisierung schafft zusätzlichen Konsum

Nach einem kleinen Imbiss und der notwendigen Zeit zum Netzwerken läutete den zweiten Teil der Veranstaltung Oberstleutnant i.G. Markus Nickels, Referatsleiter für konzeptionelle Grundlagen der Weiterentwicklung Luftwaffe beim Kommando der Luftwaffe, ein. Aus seiner Sicht generiert die Digitalisierung zusätzlichen Konsum, das heißt auf Grundlage eines bundeswehrgemeinsamen digitalen Lagebildes führt eine Informationsüberlegenheit als Grundlage für Führungsüberlegenheit durch bessere und schnellere Planungs- und Führungsprozesse und mithilfe echtzeitgesteuerter Datenanalyse letztendlich zur Wirkungsüberlegenheit. Aus Sicht der Weiterentwicklung gilt es dafür die richtigen Impulse aufzunehmen und zeitgerecht in die Fähigkeitsentwicklung zu einer „5th Generation Airforce“ zu überführen. Im Gegensatz zu vielen Prozessen im kommerziellen Umfeld dürfe dabei der Mensch als letzter Entscheider nicht der Rationalisierung geopfert, sondern müsse bestmöglich unterstützt werden, sagte Nickels.

Wie methodische Ansätze die Entscheider unterstützen können, zeigte Franz Kreuzer am Beispiel der Cyber-Hartung von zukünftigen fliegenden Waffensystemen auf. Kreuzer, der das Ressort Integrated Air & Missel Defence bei der Firma IABG in München leitet, stellte fest, dass im Kontext Cyber-Härtung die Fokussierung der Wahrnehmung oftmals auf rein technischen, prozeduralen oder operationellen Aspekte liege. Am Beispiel des Forschungsprojekts ARIEL (Air Traffic Resilience) zeigte er auf, dass sich die Methode Scenario Based Capability Analysis (SBCA) in der Praxis bewährt hat und die Methode Architektur nicht nur zur Dokumentation geeignet ist.

Die vier interessanten Vorträge wurden durch die aktive Diskussion aus dem fachkundigen Publikum angereichert.

Teilnehmer dieser Fachveranstaltung können bei Interesse die Vorträge per E-Mail an buero@afcea.de anfordern.