Blockchain: Viel Potenzial, aber noch Forschung nötig

Großes Interesse am Thema "Sicherheit im Cyberinformationsraum" Fotos: AFCEA Bonn
Young AFCEANs am 13.09.2018
Heiko Mühlmann, stellvertretender Vorsitzender von AFCEA Bonn e.V.
Young AFCEANs am 13.09.2018
Oberstleutnant Benjamin Föcke
Young AFCEANs am 13.09.2018
Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zum Netzwerken.
Young AFCEANs am 13.09.2018
Dr. Bruno Quint vom Unternehmen Rohde & Schwarz Cybersecurity
Young AFCEANs am 13.09.2018
Sascha Jopen vom FKIE
Young AFCEANs am 13.09.2018

Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Sicherheit im Cyberinformationsraum“ haben die Young AFCEANs Bonn am Donnerstag, 13. September, ins OHG Köln-Wahn eingeladen.

Das Thema lockte etwa 28 interessierte Teilnehmer aus Unternehmen und Kommandobehörden an und damit war das Musikzimmer in der OHG Köln-Wahn gut gefüllt.

Oberst i.G. Heiko Mühlmann, stellvertretender Vorsitzender AFCEA e.V., begrüßte die Teilnehmer und nutzte die Gelegenheit, mit Beispielen aus der eigenen Erfahrung auf die enorme Wichtigkeit des Themas hinzuweisen. Mit leicht geänderter Agenda führte Michael Büch vom IT-Dienstleister CGI durch das Programm, das vier Fachvorträge umfasste.

Jan Adam, ebenfalls von der CGI, stellte in seinem Vortrag die Grundlagen der Technologie der Blockchain dar und  zeigte auch Möglichkeiten und Risiken auf. Er stellte anhand von aktuellen Beispielen mit Bitcoin und SmartContracts Anwendungsfälle vor und erläuterte die Erfahrungen der CGI in diesem Umfeld. Jan Adam fasste zusammen, dass die Technologien in den richtigen Anwendungsfeldern große Potenziale böte, es aber weiterhin noch Forschungsarbeit für korrekte Umsetzungen benötige.

Anschließend gab Oberstleutnant Benjamin Föcke aus dem Zentrum Cyber-Operationen (ZCO) einen Einblick in die Dienststelle und  in den Cyber- und Informationsraum als fünfte Operationsdimension. Dabei erläuterte er die Fähigkeit der Bundeswehr zu offensiven und defensiven Cyber-Operationen, informierte über die Eignungsfeststellung und Ausbildung des Personals und erläuterte die weltweite militärische Operationsfähigkeit mit Aufklärung und Wirkung des ZCO.

Nach einer Pause mit vielen Gesprächen leitete Dr. Bruno Quint von der Rohde & Schwarz Cybersecurity GmbH mit seinem Vortrag zur proaktiven Sicherheit im Cyberraum den zweiten Teil des Abends ein.  Er ging im Besonderen auf das sichere Arbeiten in Public Clouds ein und begann seinen Vortrag mit dem Paradigmenwechsel hin zu pro-aktiven Systemen. Im Unterschied zur Sicherung über die Infrastruktur erläuterte Dr. Quint einen datenzentrischen Ansatz, bei dem die Verschlüsselung des Inhalts zum Schutz der eigentlichen Daten führt, und stellte verschiedene  Szenarien mit der Trusted-Gate-Lösung vor.

Zum Abschluss gab Sascha Jopen vom Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE  mit seinem Vortrag zur Cyberthreat Intelligence einen spannenden Einblick in die Arbeit des Fraunhofer-Instituts und dessen Beitrag zur Erfassung und Überwachung infizierter Systeme. Dabei ging es um die Bekämpfung (organisierter) Internetkriminalität und Unterstützung unter anderem von Polizei und Staatsanwaltschaft.  Jopen erläuterte die Funktion und Weiterentwicklung von Informationsquellen wie Honeypots oder Sinkholes und die entsprechenden Werkzeuge der FKIE. Besonders die Darstellung der Anzahl betroffener Systeme in Deutschland war ernüchternd.

Im Anschluss an die Vorträge gab es eine kleine Stärkung und leckeres Kölsch. Die Teilnehmerrunde vertiefte einige der Themen der Vorträge im Rahmen von Gesprächen und nutzte die Zeit zum Netzwerken. Der Abend hat gezeigt, dass ein großes Interesse am Thema „Sicherheit im Cyberinformationsraum“ existiert und das Thema weiterhin viel Potenzial für Folgeveranstaltungen der Young AFCEANs bietet.